Widder - Willensentfaltung und Eroberungen

Widder – der Krieger, Held, Eroberer aber auch der Streiter

Vorwort zum Tierkreiszeichen Widder

Wie ich schon öfter erwähnt habe, ist die Grundenergie von Mars und Widder die gleiche. Die meisten Menschen bringen das Tierkreiszeichen „Widder“ nur mit dem Sternzeichen, also dem Sonnenstand, in Verbindung. Dies ist Klatschpressenastrologie und hat mit der Deutung des Geburtshoroskops überhaupt nichts zu tun. Lies dazu auch meine Artikel „Zunächst raus mit dem ganzen Hokuspokus und der Zukunftswahrsagerei“, „Der Aszendent – der Neubeginn“ und „Die Sonne finde dein inneres Königreich“.

Jeder hat das Tierkreiszeichen „Widder“ und den Mars in seinem Geburtshoroskop ganz individuell stehen. Schau welche Planeten bei dir von Widder gefärbt sind, in welchem Haus dein Mars steht und ob es Aspekte dazu gibt. Aber erst wenn du die Grundenergien verstanden und erfühlt hast, kannst du diese anhand deines Geburtshoroskops selbst kombinieren. Diese kannst du dann individuell für dich deuten und neue Impulse erhalten.

Ja das ist am Anfang etwas verwirrend und erscheint komplex, aber wenn du meine Artikel in der Kategorie „Basiswissen Geburtshoroskop“ gelesen und durchgearbeitet hast besitzt du schon ein sehr gutes Grundwissen. In der Kategorie „Die Tierkreiszeichen“ werde ich das ganze jetzt mehr miteinander kombinieren und die wesentlichen Unterschiede rausarbeiten und erklären. Es wird viel wiederholt, vertieft und es kommt Neues hinzu.

Wenn du dabei bleibst, dann verspreche ich dir, dass sich irgendwann „der Knoten“ löst und alles ganz klar wird. Du brauchst dazu nur eines, Geduld und ein bisschen Ehrgeiz sich weiter damit zu beschäftigen, auch wenn man nicht immer alles sofort versteht. Das hat auch meist seinen Grund – das Thema ist eben dann bei dir aktuell auch grad nicht dran. Bei mir war es nicht anders – aber plötzlich fügen sich alle Puzzlesteine und es entsteht ein Bild. Ich wünsch dir weiterhin viel Spaß bei meinem Blog.

Martina

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

hat Hermann Hesse schon in seinem Gedicht „Stufen“ geschrieben. Der Tierkreis beginnt mit dem Zeichen Widder, in das die Sonne zum Frühlingsanfang eintritt. Dieser Archetyp trägt daher alle Züge des Anfangs oder des Beginnens. Diese Energie ist von einem Anfängergeist geprägt, d.h. ihm fehlt jegliches Geschichtsbewusstsein, jede hemmende Vergangenheit, das jeden Anfang auszeichnet. Es ist die noch von keiner Erfahrung oder Tradition belastete Initiative. Man kann auch sagen „Unwissenheit ist die Mutter aller Abenteuer“. Widder möchte um jeden Preis etwas in Gang bringen und sich durchsetzen.

Frühling
Die jahreszeitliche Entsprechung für Widder ist der Aufbruch der Kräfte im Frühling.

Die Tagundnachtgleiche im Frühling symbolisiert den Sieg des Lichtes über die Finsternis, d.h. die Tage werden nun wieder länger als die Nächte. Dies ist meiner Meinung nach auch ein schönes Bild für Widder-Energie, den Held, Sieger, Krieger oder Pionier. Eine typische Charaktereigenschaft des Zeichens ist auch Rücksichtslosigkeit. Das kommt hier insofern zum Ausdruck, dass man im Frühling nicht sehnsüchtig auf den Winter zurück blickt. Nein, man freut sich wie das neue Leben aufsteigt, über die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut, den Duft des Frühlings. Die Pflanzen drängen an die Erdoberfläche und durchbrechen diese mit immenser Kraft. Alles ist nach vorne gerichtet, es geht um Aufbruch, Geburt und ist erfüllt von einem unheimlichen Willen und Vorwärtsstreben.

Am Anfang war die Tat

schrieb Johann Wolfgang von Goethe. Widder hat eine naive Frische und ungebrochene Tatkraft als Lebensgrundgefühl. Voll von dynamischen Elan und Vertrauen in seine Willenskräfte richtet sich Widder immer auf die Zukunft aus. Er versucht sein Ziel auf den direktesten und kürzesten Weg zu erreichen. Von seinem Ziel fühlt er sich magisch angezogen und ist so erfüllt von seinem autonomen Wollen, dass er keine einschränkenden Bedenken zulässt und kein Zögern und Zaudern kennt.

Widder ist voller Energie, Wagemut, Ungeduld und jederzeit bereit alles auf eine Karte zu setzen. Er ist der Mensch der Tat, des Risikos, aber auch der schnellen Überraschungssiege. Jede Einschränkung seines Freiheitsdranges und Eigenwillens verträgt er sehr schlecht und reagiert darauf mit heftigen Aggressionen. Er sieht die äußere Welt, auch die mitmenschliche Umwelt vorwiegend als Objekte seines Wollens, die er nach seiner Absicht formen und verändern kann.

Erst im Laufe des Lebens lernt Widder sehr langsam, dass man mit jugendlichem Übermut, Unbesonnenheit und Rücksichtslosigkeit auch an seine Grenzen kommt, am ehesten durch Misserfolge. Er hat jedoch einen unverwüstlichen Glauben an sich selbst und steht auch nach Misserfolgen und Niederlagen wie ein Stehaufmännchen wieder auf und wendet sich Neuem zu. Spätestens nach der Lebensmitte sollte sein alles überrennender Tatenwille und seine Überheblichkeit der Einsicht in das Erreichbare weichen.

Widder kann auch das Altern schwer annehmen, wie alles demgegenüber er die Ohnmacht seines Willens spürt, welche die Quelle seiner Angst ist. Er hat aber auch im hohen Alter einen schwer zu erschütternden Lebensoptimismus und etwas sympathisch Jungenhaftes.

Große Begeisterungsfähigkeit als Pionier

Widder ist von allem Neuen, Unbekannten schnell begeistert. Als Pionier stürzt er sich in immer neue Abenteuer. Generell neigt er auch zum hypothetischen Denken und nimmt gern das Denkresultat, wie das Ergebnis ausschaut, vorweg. Die genaue Begründung und Beweisführung interessiert ihn weniger. Sein Grundsatz ist „etwas ist so, weil ich es will, dass es so ist“. Jedes Nachgeben und langes Überlegen bei Entscheidungen ist für ihn ein Zeichen von Schwäche. Widder entscheidet schnell und probiert es sofort aus.

Widder-Qualität ist eine Entscheidung zu treffen, deren Konsequenzen nicht abzusehen sind, nicht im Sinne einer um-zu-Haltung oder einer Kosten-Nutzen-Kalkulation. Wenn wir wissen, was eine Entscheidung für Konsequenzen hat und wie sich die Dinge entwickeln werden, wie es dann sein wird, dann wäre es einfach. Genau das kann Widder sehr gut, denn es ist ihm egal, Hauptsache kein Stillstand. Er gebraucht sein trennendes Schwert, sagt entweder – oder, akzeptiert Polaritäten und polarisiert selbst. Bei ihm ist es immer eine Entscheidung des Herzens, des eigenen, tieferen Wollens und seine Affinität zu unbekannten Situationen, wenn er als erster vorwärtsstürmt.

Es kann hier aber auch der Pläneschmied entstehen, der voller Strohfeuer immer wieder etwas Neues beginnt ohne das alte abzuschließen. Sein Leben zerfällt dann in immer neue Anfänge und Fragmente, hat keine konkrete und konsequente Zielsetzung und es kommt zu Luftschlössern, die sich immer wieder auflösen.

Auch will er immer Anführer, Leiter und Erster sein. Somit wird es schwierig als Untergebener zu Arbeiten. Auch das Nicht-zu-Ende-Führen seiner Pläne hat oft die Ursache, dass er lieber Anweisungen gibt und eher für den großen Wurf zuständig ist, als die notwendige Klein- und Detailarbeit zu tun. Wenn die Durchführung ihm zu mühsam und langweilig erscheint, dann verliert er leicht das Interesse an seinen Plänen. Er möchte alles sofort, geht unbedacht, ohne Geduld und ohne größeres Durchhaltevermögen an seine Vorhaben. Widder ist der typische Kurzstreckenläufer, kann dafür enorme Energien mobilisieren, aber genauso schnell ist die Luft auch wieder raus.

Zur Lebenslüge kann es kommen, wenn er sich rastlos, zwanghaft in immer neue Aktivitäten und unbekannte Abenteuer stürzt. Dann wird er zum „Geschaftlhuber“, entwickelt eine leere Betriebsamkeit, die immer mehr zur Flucht wird. Er flieht dann vor der Begegnung mit sich selbst, vor seiner inneren Realität, letztlich vor seinen ureigenen Ängsten auch mal stehen zu bleiben und nichts zu tun, oder tun zu können.

Schattenseiten in zwischenmenschlichen Beziehungen

Ein Leben nach dem Grundsatz „Ich will“ kann auf die Dauer aber auch sehr einsam machen, wenn in diesem Lebenskonzept nicht irgendwann ein „Du“ oder „Wir“ auftaucht. Dann wird der Geltungsdrang, das eigenwillige Streben nach vorn, das ehrgeizige Rivalisieren, die geringe Anpassungsbereitschaft, als auch der meist vorhandene Mangel an kritischer Selbsteinsicht zum Problem.

Widder neigt zu dieser naiven Selbstüberschätzung, wenn er nicht im Laufe des Lebens lernt, das Gas etwas rauszunehmen und sich in der Rücksichtnahme übt. Das bedeutet nicht, dass er zum rücksichtsvollsten Menschen auf der Erde werden soll, dass würde gegen seine Aufgabe und charakteristischen Eigenschaften sprechen. Es bedeutet eher, dass er nicht immer mit dem Kopf durch die Wand rennen sollte, sondern ab und zu vorher überlegt ob es nicht doch eine Tür gibt, bevor er die ganze Wand einreißt. Hierzu muss er lernen andere Tierkreiszeichen-Energien, wie z.B. Waage/Venus oder Zwillinge/Merkur, in sein Leben einzuladen und die Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive zunächst zu betrachten, bevor er seine Entscheidung trifft.

Auch weicht Widder gern tieferer mitmenschlicher Begegnung aus, in dem er andere Menschen als Objekte sieht, also mit ihnen immer „etwas tut“. Er hat den tiefen Glauben, dass alles nur von seinem Willen und seinen Taten abhängt. Somit lässt er sich grundsätzlich nichts gefallen und neigt dazu andere zu bevormunden oder zu manipulieren, so dass es gar nicht zu einer Begegnung und einem Austausch mit einem „Du“ kommen kann.

Bevor er sich in zwischenmenschlichen Beziehungen mit der Thematik wirklich tiefer auseinandersetzt flüchtet er lieber in die Aktivität und Zukunft. Widder weicht vor jeglichen Abhängigkeiten aus, denn diese empfindet er als schrecklich. Er hat eine ohnmächtige Angst davor und fühlt sich völlig unwohl, wenn er sich abhängig und in seinem Willen ausgebremst erlebt. Dies passiert zunächst völlig unbewusst und er will sowas auch gar nicht wahrhaben. Erst wenn ihm immer wieder das gleiche im Leben, vielleicht in etwas anderen Facetten, passiert, ist ein Widder-betonter Mensch (Sonne, Mond, Aszendent in Widder oder starke Mars-Stellung/Aspekte) evtl. bereit mal in sich selbst hineinzuhören, seine Gefühle wahrzunehmen und der Sache auf den Grund zu gehen.

Wenn Widder seine positiven Eigenschaften dazu verwendet immer wieder neue Ansätze und Entwicklungsmöglichkeiten zum Fortschreiten zu finden, aber auch bereit ist mal ein Opfer zu bringen und Rücksicht zu nehmen, dann beginnt er in seiner Persönlichkeit zu reifen und es wird vieles einfacher. Er kann so zum „Befreier“ werden, in dem er Möglichkeiten erkennt und anstrebt, an die „Gebundenere“ nicht zu denken wagen.

Aufgabe der Widder-Energie

Die Aufgabe der Widder-Energie ist immer wieder für neue Geburten zu sorgen und Pionier zu sein, damit es nicht zum Stillstand kommt. Widder schneidet das Alte, was dem Leben nicht mehr dient, mit dem Schwert der Trennung ab, damit wir lebendig bleiben und nicht versteinern. Es geht somit hier auch immer wieder um Abschied. Der erste große Abschied in unserem Leben ist die Geburt selbst – wir werden getrennt von der Mutter. Widder heißt „abschiedlich“ zu leben, zu wissen, dass es im Leben in unterschiedlichen Formen, immer wieder um Aufbruch geht.

Der Impuls, der neues Leben bringt, befindet sich immer im Universum nebenan, in der anderen unbekannten Welt. Auch im Märchen müssen die Helden immer das alte Königreich verlassen, ins Unbekannte, ins Neuland gehen. Und zwar mit aller Neugier, Lust und Angst, die das eben mit sich bringt. Wahre Tapferkeit setzt Angst voraus, sonst ist es Naivität oder Dummheit. Kein Zeichen weiß so viel von diesem Abschied, der immer wieder erfolgen muss, wie Widder. Diese Energie ist nicht dazu geeignet Burgen zu bauen und Wurzeln zu schlagen. Dieser Impuls dominiert im nachfolgenden Zeichen Stier.

Problematisch wird es, wenn Widder zu Schafen umerzogen werden, die in der Herde der Gesellschaft brav funktionieren und in der Masse jede Individualität verlieren. Das steht in extremen Widerspruch zu ihrem inneren Auftrag und zu ihrer Energie.

Gegenimpuls zu Fische/Neptun

Widder ist das erste Zeichen im Tierkreis, aber auch das was auf das letzte Zeichen „Fische“ wiederum folgt. Somit gibt Widder einen Gegenimpuls zu der Energie der Fische.

Fische/Neptun-Energie ist ein Wasserzeichen. Dies ist mehr im Gefühl und eher passiv. Fische-betonte Menschen (Sonne, Mond, Aszendent in Fische oder starke Aspekte) lassen eher alles auf sich zukommen, ihr Motto ist „Das Leben wird mich schon finden“. Sie erleben die Geburt eher als Leid, weil sie sich nicht mehr im ozeanischen Erleben und in der Symbiose mit einem „Du“ befinden. Vergleiche hierzu auch meinen Artikel über Neptun.

Widder/Mars kann mit dieser Energie von Fische/Neptun irgendwie gar nichts anfangen. Widder ist eine extrem aktive, vorwärtsstürmende Energie, welche jederzeit bereit ist zu handeln und zu kämpfen. Während Fische „Du“ bezogen ist, ist Widder „Ich“ bezogen. Widder-Energie ist ungeduldig, hitzig und möchte immer der erste sein. Während Fische-Energie rücksichtsvoll ist, so ist Widder-Energie grundsätzlich rücksichtslos. Im Laufe des Lebens müssen Widder lernen Rücksicht zu nehmen. Dagegen müssen Fische lernen auch mal „ihre Ellenbogen“ auszufahren und mehr auf sich selbst zu achten und einzutreten.

Feuer und Wasser passt eben nicht wirklich zusammen. Entweder löscht das Wasser das Feuer, oder das Feuer bringt das Wasser zum Kochen und Verdunsten. Hierbei ist aber nicht das Bild eines guten Essens gemeint was man damit zubereiten könnte, sondern eher das Bild von Verbrühungen und des Überkochens. Wenn diese beiden Energien zusammen kommen, wird das meist eine aufreibende Geschichte, außer man hat gelernt mit beiden Energien angemessen umzugehen, das jeweils andere zu akzeptieren und ins Leben einzuladen.

Ein gewisser Ausgleich von Rücksichtslos und Rücksichtsvoll, Handeln und Geschehen lassen muss hier gefunden werden. Mit einem gewissen Ausgleich ist aber nicht ein Kompromiss gemeint. Kompromisse stellen nicht immer die Beste Lösung dar. In der Natur gibt es meist wenig Kompromisse – ein bisschen gefressen werden funktioniert halt nicht wirklich. Es ist eher so, dass mal der Eine, aber auch mal der Andere gewinnt und dadurch ein Ausgleich entsteht. Ein Widder-betonter Mensch sollte aber nie versuchen zum Fisch zu werden und ein Fische-betonter Mensch auch auf keinen Fall zu einem Widder. Es geht hier vielmehr um Akzeptanz und das Andere „auch mal leben“.

Gegenpol (Exil) zu Waage/luftbetonte Venus

Das gegenüberliegende Zeichen im Tierkreis, also der Gegenpol von Widder, ist Waage. Im Gegensatz zum vorwärtstürmenden, immer kampfbereiten Widder, ist Waage/luftbetonte Venus ausgleichend, auf Gerechtigkeit und Harmonie bedacht. Vergleiche hierzu auch meinen Artikel über die Venus.

Waage ist ein Luftzeichen und obwohl sie den Gegenpol darstellt, passt Widder und Waage generell besser zusammen. Luft entfacht das Feuer. Was Widder in seiner Ungestümtheit über den Haufen rennt, vermag sie mit ihrer sanften, harmoniebedürftigen Art wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Bei zu viel Harmonie und Gleichgewicht besteht aber auch Stillstand. Diesen Stillstand vermag Widder wieder „in den Fluss“ zu bringen, in dem er die Langeweile mit seiner Art gründlich aufmischt, damit wieder etwas Neues entsteht.

Widder/Mars-Energie symbolisiert ebenfalls den Eroberer und Liebhaber. Die weibliche Antwort darauf ist Waage/Venus, die Geliebte und die sinnliche Verführerin. Lies hierzu die Geschichten aus der griechischen Mythologie in meinen Artikeln über Mars und Venus.

Die drei Feuerzeichen – Widder, Löwe und Schütze

Das Urelement Feuer entspricht einer strahlenförmig sich ausbreitenden Bewegungsform. Es manifestiert sich als Energie und Bewegung und als das Leben selbst. Sein Einfluss schafft Kraft, Energie, Mut, Kühnheit, Ehrgeiz, Unternehmungslust, Zuversicht, Selbstvertrauen, Idealismus und Leidenschaft. Aber auch Ungestüm, Ungeduld, Zorn Herrschaft und Unbeugsamkeit. Die drei Feuerzeichen sind wesensverwandt, gespannt, extrovertiert, willensbetont, aber unterschiedlich „feurig“.

„Widder“ als erstes Feuerzeichen symbolisiert das „Strohfeuer“, den Anfangs- oder Initiativimpuls. Es ist ein schnell lodernd brennendes, vorwärtstürmendes kräftiges Feuer. Widder ist sehr schnell „Feuer und Flamme“, d.h. er flammt schnell auf, ist schnell gereizt (sowohl im positiven als auch im negativen Sinne) und als erster dabei. Er „flammt“ aber auch sehr schnell wieder ab. Der Widder greift vorwiegend durch die schnelle Tat in die Außenwelt ein.

Bei „Löwe“, als zweites Feuerzeichen, brennt das Feuer gleichmäßiger und stabiler. Der Nachschub von brennbarem Material ist gewährleistet und wird auch als selbstverständlich vorausgesetzt. Der Herrscherplanet von Löwe ist die Sonne, die auch „unendlich“ in unserem Erleben und in unserer Vorstellungskraft brennt. Genauso ist der Löwemonat der Hochsommer, wo auch alles im Überfluss vorhanden ist. Löwe hat sehr viel Wärme und „Herzensfeuer“ zu verschenken. Der Löwe strebt aufgrund seines Geltungsdranges in die Außenwelt.

„Schütze“, das dritte Feuerzeichen, ist ein mehr geistiges Feuer, beweglicher und anschmiegsamer als das Widder- und Löwefeuer. Er brennt ruhig und still. Passend zur Jahreszeit des Schützen kann man es mit einer ruhig brennenden Kerze im Advent vergleichen. Den Schützen drängt es aufgrund seines Expansions- und Weitengefühls in die Außenwelt. Sein Herrscherplanet ist Jupiter.

Das 1. Haus / Feld

Die zwölf Häuser/Felder in unserem Horoskop symbolisieren zwölf Lebensbereiche auf denen wir unsere Neigungen, Interessen und Begabungen zu verwirklichen suchen. Das Haus ist der „Boden“ auf dem der Mensch steht, es symbolisiert die Ereignisebene. Man kann das Haus auch als Umwelt und Aufgabe beschreiben. Ich bezeichne es auch gerne als Bühne. Das Tierkreiszeichen in dem das Haus steht ist dagegen die Anlage oder das Potential. Das Haus zeigt an wo etwas geschieht, das Tierkreiszeichen dagegen wie etwas geschieht.

Das erste Haus/Feld ist das „Widder-“ oder auch „Ich“-Haus. Es gibt Auskunft über Fähigkeiten, Anlagen und die Ausdrucksformen unseres Willens. Es beginnt direkt beim Aszendenten und kann unterschiedlich groß ausfallen. Ein großes erstes Haus kann auf viel Eigenliebe, aber auch Narzissmus hindeuten. Das Thema des Hauses ist „Ich bin und ich will“ und beschreibt das „Ich-Gefühl“.

Es sagt viel über unsere psychophysische Konstitution, unser vitales Temperament und über das auf ihm beruhende Lebensgrundgefühl, also unsere Grundstimmung im Leben, aus. Das Haus ist unsere äußere Erscheinung, unser Typ, unsere Ausstrahlung und Lebensenergie. Es symbolisiert auch den tiefsten Grund unserer angeborenen Verhaltensweisen und „färbt“ als subjektive Einstellung die Art und Weise, wie wir die anderen Elemente unseres Horoskopes erleben.

Alle Planeten, die im ersten Haus stehen, stehen generell sehr stark. In unbewusster Identifikation mit ihnen durchleben wir diese oft naiv und unreflektiert. Analog zur „Widder-Energie“ beschreibt das erste Haus den Ich-Ausdruck, unsere Durchsetzungsfähigkeit, Selbständigkeit und wie wir auf andere und insbesondere auf neue Vorhaben zugehen.

Das erste Haus beschreibt auch die grundsätzliche Einstellung zu einer Partnerschaft. Das gegenüberliegende, siebte Haus, gibt entgegengesetzt dazu die Themen der Partnerschaft wieder. Die widersprüchliche Spannung, welche zwischen den Feldern eins und sieben liegt ist die Spannung zwischen Ich und Du, bzw. zwischen dem Ich und der weiteren Umwelt. Eine starke planetarische Besetzung des ersten Hauses betont die Selbstbewahrung und lässt auf eine ausgeprägte Persönlichkeit und Ich-Bezogenheit schließen (soweit diese in der Kindheit durch die Erziehung nicht abtrainiert wurde). Es deutet aber auch auf eine erschwerte Du-Findung hin.

Die Arbeit mit dem 1. Haus / Feld

Wenn du dich mit dem 1. Haus beschäftigst, macht es auch Sinn sich mit dem Aszendenten zu beschäftigen. Der Aszendent ist der Beginn des ersten Hauses, also ein Zeitpunkt. Das erste Feld ist aber größer und ggf. stehen bei dir auch noch weitere Planeten drin, welche es zu berücksichtigen gilt und welche evtl. auch von einem anderen Tierkreiszeichen gefärbt sind. Das Haus selbst steht generell immer in der Tierkreiszeichen-Energie mit der es beginnt (Gelesen wird dies gegen den Uhrzeigersinn). Sind weitere Tierkreiszeichen im Haus vorhanden, so werden diese vernachlässigt. Ein Planet kann aber in einem Haus schon im nächsten Tierkreiszeichen stehen und wird auch unter dieser „Färbung“ gedeutet. Unter Umständen kann es sehr „bunt“ in einem Haus zugehen.

Für die Beschäftigung mit deinem ersten Haus empfehle ich dir den Artikel „Ins Gefühl für eine Tierkreiszeichen-Energie kommen“ zu lesen und dies analog wirklich zu machen. Es ist wichtig, dass du ins Gefühl kommst und nicht nur versuchst alles vom Verstand her zu erfassen. Nur so kommst du mit deinem Unterbewusstsein in Kontakt und kannst Potentiale und Impulse in deinem Geburtshoroskop entdecken.

Sonne in Widder

Steht im Geburtshoroskop die Sonne im Widder, so sagt man, dass man vom Sternzeichen Widder ist. Die Sonne symbolisiert das eigene Königreich. Zu diesem muss man sich aber oft noch hin entwickeln, d.h. seinen eigenen Thron im eigenen Königreich besteigen um ein authentischer König zu sein. Die Veranlagung und das Potential dieser Energie sind vorhanden, will aber auch vollständig entfaltet und gelebt werden.

Insbesondere durch Erziehung und Prägungen der Gesellschaft sind diese feurigen, vorwärtsstürmenden, lauten Widder-Sonnen sehr oft ruhig gestellt oder „gebrochen“ worden. Dies entspricht aber nicht ihrer Veranlagung und Aufgabe auf der Erde, d.h. sie leben völlig an ihrem eigentlichen Leben vorbei, wenn sie nicht irgendwann aufwachen und anfangen diese Energie zu leben. Vgl. hierzu auch mein Märchen „Das hässliche Entlein“, welches sehr schön den Weg sein eigenes Königreich zu finden, also seine Sonne zu leben, beschreibt.

Steht die Sonne in Widder, so steht sie „erhöht“. In der astrologischen Fachsprache spricht man von der „Würde des Planeten“. Diese Würde besagt, dass die Qualitäten von Zeichen und Planet miteinander durch Sympathien verbunden sind.

Bei Widder-Sonne entsteht das Bild eines Heldenkönigs. Das Leitmotiv ist der jugendliche, kraftvolle Held. Die Aufgabe dieses Königs ist es immer wieder auf Abenteuer auszugehen, Pionier zu sein, um jung zu bleiben. Widder-Sonne hat die Bereitschaft immer wieder ins Unbekannte aufzubrechen um neue Erfahrungen zu machen und das bis ins hohe Alter.

Ein Widder-Sonnen-Kind, egal ob Tochter oder Sohn, erwartet diese Qualitäten und Eigenschaften vom Vater. Es wird den Vater bewundern und lieben, wenn dieser mit ihm immer wieder auf Abenteuerreise geht. Es bekommt glänzende Augen, wenn es den Vater mutig erlebt und er ihm zeigt wie man die Welt entdeckt. Zum Beispiel, wenn er mit ihm in der Natur allein zeltet oder ein Baumhaus baut, aber auch bereit ist für sein Kind zu kämpfen. Wird er aber als feige und schwach erlebt, so stirbt er innerlich für das Kind.

Abenteuer als Kind zu erleben
Mit meinem Vater und meiner älteren Schwester auf den Jägerstand rauf und die Aussicht geniessen – Abenteuer pur.

Die Schattenseite des Widder-Königs ist der autoritäre, tyrannische Vater, welcher oft willkürlich in seinen Entscheidungen ist. Der patriarchalische Herrscher, bei dem es keine Widerrede gibt, den man nicht in Frage stellen und schon gar nicht überholen oder besser sein darf. Als „Väter“ können auch andere Autoritätspersonen in der Kindheit erlebt werden, wie z.B. Lehrer, Trainer und Ausbilder. Weise Widder-Väter lassen die Kinder ihre eigene Stärke spüren und entwickeln. Sie ermutigen sie, selbst in die Welt hinauszugehen, autonom zu werden, sich auch Nein-Sagen zu trauen um ein guter Krieger / eine gute Kriegerin zu werden.

Beim Widder-Prinzip gibt es immer zwei Varianten. Die erste ist Zusammenzuhalten, nach dem Motto „Zusammen sind wir beide unschlagbar“. Die zweite ist zum Gegner oder Konkurrenten zu werden. Hier wird man zum ständigen Rivalen. Es kommt dann aus den nichtigsten Gründen zu Auseinandersetzungen und Rechthaberkriegen. Wer hat Recht, wer ist der Bessere, wer ist der Stärkere?

Bei einer Frau mit Widder-Sonne kommt die Thematik auch öfters später in der Partnerschaft zum Tragen, wenn in der Kindheit die Widder-Energie sich nicht gesund entwickeln durfte. Dann wird der Partner zum Konkurrenten, Rivalen und die Partnerschaft zur Kampfarena, bei der es nur darum geht der Gewinner zu sein. Auch kann es sein, dass die Widder-Frau sich einen Mann sucht, der dann dieser Held sein sollte, um die Widder-Thematik nicht selbst leben zu müssen. Diesen nimmt sie es dann schwer übel, wenn er es eben nicht ist. Sie überlässt dann die Königsrolle vollständig dem Mann, den sie antreibt diese Qualitäten zu entwickeln. Für eine Frau mit Widder-Sonne geht es aber darum diesen Königshelden und Krieger in sich selbst zu finden und zu leben.

Mond in Widder

Der Mond im Horoskop symbolisiert das weiblich Mütterliche aber auch die Gefühle, das Unbewusste und das Gemüt. Das Bild was Mond in Widder ergibt, geht in Richtung einer dominanten, kraftvollen und feurigen Mutter. Mond repräsentiert auch das Urmütterliche, unsere erste Umwelt im Leben und somit steht er auch für unser inneres Kind. Das innere Kind begleitet uns zeitlebens und spielt eine wichtige Rolle im Bereich unserer Gefühle, egal wie alt wir sind. Immer wenn wir unserer inneren Stimme und unserem Gefühl „Gehör“ schenken, dann ist dies die Sprache des Mondes.

Als kleines Kind haben wir zunächst nur die Energie des Aszendenten und des Mondes zur Verfügung. Zur Sonne müssen wir uns erst hin entwickeln. Steht bei einem Kind der Mond in Widder, so ist dies vom Gemüt ein Helden- oder Amazonenkind. Für einen Widder-Mond ist es grundsätzlich ärgerlich, klein und von der Mutter abhängig zu sein. Diese sind generell früh selbständig, wollen alles alleine machen und jederzeit ihren Willen durchsetzen. Sowas stellt für eine Mutter eine Herausforderung dar und sie hat schnell verloren wenn sie nicht in der Lage ist ihrem Kind auch als „Kriegerin“ zu begegnen und sich mit ihm zu messen. Erst dann sind diese Kinder zufrieden.

Widder-Mond-Kinder nehmen es aber auch nicht krumm, wenn es mal richtig Ärger gibt, es kracht und die Fetzen fliegen. Hinterher sind sie schnell wieder versöhnt. Sie wollen ihren Eigenwillen, ihren Widerstand, ihren eigenen Ärger und ihre Wut zeigen dürfen und sich auch dann noch geliebt fühlen, wenn sie so sind. Es ist wichtig, dass diesen Gefühlen Raum gegeben wird, nicht versucht wird den Willen des Kindes zu brechen oder mit Liebesentzug zu drohen. Dies würde die kleine Widder-Seele nachhaltig zerstören. Das Märchen „die roten Schuhe“ handelt genau davon und ich kann dies allen Widder-betonten Menschen nur ans Herz legen, sich nicht die Schuhe verbrennen zu lassen.

Das Bild der Weiblichkeit bei Widder-Mond ist das einer Wolfsfrau oder einer Wolfsmutter. Es ist die wilde, kraftvolle, animalische und unabhängige Seite der Weiblichkeit. Vor dieser kraftvollen Seite der Weiblichkeit haben einige Männer Angst und sie wurde in der Vergangenheit und wird auch heute teilweise noch unterdrückt. Nicht umsonst gibt es in der Kirche nur eine „weiße“ Göttin, die Jungfrau Maria oder die Frau ohne Unterleib. Ihre „rote“ Hexenschwester wurde auf den Scheiterhaufen gepackt.

Wolfsfrau
Das Bild der Weiblichkeit bei Widder-Mond ist das einer Wolfsfrau.

Das Bild der autonomen wilden Frau, die nicht dem Mann nachfolgt, sondern in der Lage ist ihr Leben in Eigenregie zu führen und ihre Kräfte für sich nutzt, ist das richtige Leitmotiv für diesen Archetypus. Sie ist eine Feuer- oder Powerfrau, die den Tanz auf der Frühlingswiese tanzt, die das Leben feiern kann, ungezähmt und wild ist. Die Schattenseite dieses Frauentyps ist die Tyrannin, die Mutter welche den Eigenwillen des Kindes bricht. Die dominiert, es nicht unabhängig werden lässt, sondern willkürlich und übergriffig ist. Dabei ist sie völlig unsensibel für das Seelenleben anderer Menschen.

Männer mit Widder-Mond zieht es meist zu Amazonen-Frauen hin. Zu kraftvollen, mutigen Frauen mit denen man Pferde stehlen kann. Oft geraten sie aber an dominante, herrschsüchtige Frauen. Von diesen lassen sie sich dann gängeln und beherrschen, wie einst von der eigenen Mutter und durchleben das gleiche Drama erneut. Hier gilt es die hohe Schule des Widder-Mondes und der dazugehörigen Liebesenergie zu lernen und zu achten. Wer dies kann, der wird eine solche Frau um ihrer Selbständigkeit und Kraft willen lieben und zwar auch dann, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Wenn die Frau nicht funktioniert, sondern autonom und unabhängig bleibt.

Wie bereits erwähnt steht Widder-Mond auch für das Unbewusste und das Gemüt. Hier gibt es manchmal das Problem, dass sich die Rivalitäts- und Konkurrenz-Thematik unbewusst entlädt, es kommt zu einer gewissen Streitsucht und –lust. Hier finden sich wahre Weltmeister im Projizieren. Es heißt dann „Ich rege mich nicht auf sondern die anderen regen mich auf“. Und danach wird regelrecht gesucht, damit man streiten kann. Wenn nicht alles nach Nase oder Pfeife geht, dann wird gestritten und diese Menschen fühlen sich sehr schnell als Opfer. Was kann man in diesem Fall tun? Hier ist es wichtig sich seiner inneren Konkurrenz- und Rivalitäts-Haltung bewusst zu werden und sich selbst auch als Täter zu sehen. Sich selbst und seine innere Haltung zu erkennen, ohne sich deswegen zu verurteilen ist hier der Lösungsweg.

Widder-Mond hat die Fähigkeit immer wieder eine Tür hinter sich zu schließen und ins Unbekannte aufzubrechen. Positiv ist, etwas hinter sich zu lassen, nicht zurück zu blicken, immer wieder Abschied zu nehmen. Negativ gesehen ist es die herzlose Haltung „nach mir die Sintflut.“

Widder-Mond ist ein Kind, was nie erwachsen wird und darin besteht auch seine Aufgabe und Weisheit. Es geht hier nicht um Vernünftig werden, sondern vielmehr darum sich etwas ewig Jugendliches zu bewahren. Sein inneres Kind auch im erwachsenen Alter Mitleben zu lassen und sich mit großen strahlenden, unschuldigen Kinderaugen in das spannende Abenteuer des Lebens zu stürzen. Widder-Mond hat das Motto: „Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit zu haben!“ Und das egal wie alt man ist.

Mars in Widder

Steht im Geburtshoroskop der Mars im Widder, so steht Mars in seinem Domizil, also sehr stark. Bei Widder-Mars entsteht das Bild des wilden ungezähmten Mannes, des entscheidungsfreudigen Abenteurers. Widder-Mars ist der Heißsporn, der kraftvolle, stürmische, heißblütige Liebhaber. Er ist aktiv, selbstsicher und verwegen. Ein Jäger, Held, Eroberer, Macho oder Raufbold. Er kann mit dem Kopf durch die Wand gehen und hat ein starkes Konkurrenzverhalten. Zu einer Affäre ist er auch in den unmöglichsten Situationen bereit.

Kriegerin
Ich war als Kind schon eine Kriegerin, im Sinne eines männlichen Leitbilds (Cowboy oder Indianer) und liebte die Abenteuer im Freien. Natürlich musste es hübsch mit Blümchen-T-Shirt sein. Ich habe Mars in Widder und Waage-Aszendent – sehr passend…

Widder hat von allen Tierkreiszeichen das schnellste Tempo. Somit hat auch der kraftvolle Mars-Krieger die Fähigkeit schnelle, entschiedene und eindeutige Entscheidungen zu treffen. „Veni, vidi, vici“ – ich kam, sah und siegte – ist hier das Motto. Im Gegensatz zu dem gegenüberliegenden Waage-Zeichen ist diese Energie gänzlich undiplomatisch im Verfolgen der eigenen Ziele und völlig kompromisslos. Widder-Mars hat die Fähigkeit seine Kräfte ganz auf ein Ziel zu konzentrieren und dieses auch zu erreichen. Geduld, Taktik und Strategie sind dieser Energie fremd.

Für Frauen mit dieser Mars-Stellung geht es oft um die Erlösung des inneren wilden Mannes. Im Märchen wird dies durch die Erlösung eines „Tier-Bräutigams“, wie z.B. in die Schöne und das Biest, symbolisiert. Zunächst muss das Mädchen das Ungeheuer um seiner selbst willen lieben lernen, erst dann kann es sich in den Prinzen verwandeln. Vorher weiß sie das aber nicht. Wir alle würden permanent nur Frösche und Ungeheuer küssen, wenn wir nur wüssten, dass sich in ihnen ein Prinz verbirgt.

Die Schöne und das Biest
Widder-Mars ist im Märchen oft ein Tier-Bräutigam, den es zu erlösen gilt.

Das zu erlösende Ungeheuer ist aber insbesondere ein sexuelles Ungeheuer. Es ist die ungeheure Macht der Leidenschaft. Diese muss sowohl innerlich aber auch äußerlich erlöst werden. Weibliche Sexualität zu leben ist jedoch in unserer Gesellschaft häufig noch verpönt. Die Frau wird leider noch viel zu häufig sehr schnell abfällig als „Schlampe“ bezeichnet, wenn sie ihre Sexualität lebt. Ganz im Gegensatz zu den Männern, welche sich die „Hörner abstoßen“, was dann als toll und männlich gilt.

Insbesondere bei der Widder-Mars-Stellung ist eine unterdrückte Sexualität problematisch. Ohne Selbstreflektion wird das Thema bei anderen gesucht und aufs höchste verurteilt. Eine Frau, die vor dieser Energie Angst hat neigt dazu die Männer zu verteufeln. Nach dem Motto „Alle Männer sind Schweine und wollen nur das Eine“. Beweise sind dazu immer schnell und leicht gefunden um diese Aussage zu rechtfertigen. Was passiert, ist das sich das Ganze immer wiederholt und bestätigt, sie geraten also immer an den „Falschen“. Wenn eine Frau mit Widder-Mars ihren inneren Krieger, ihre Power, Leidenschaft und Sexualität kennt und lebt, ist Projektion aber nicht mehr notwendig.

Wie überall gibt es aber auch Schattenseiten. In sexuellen Begegnungen äußert sich diese dadurch, dass man andere benutzt und sie zum „Objekt“, nach dem Motto „Dich krieg ich!“, macht. Sexualität wird hier zum Machtkampf, bei der es nur um Überlegenheit und Unterlegenheit geht. Hier wird nicht mehr gefragt „Wer bist Du?“, sondern der Augenblick genossen und dann gegangen. Beim „Unterlegenen“ bleibt dabei ein bitterer Beigeschmack und das Gefühl des „benutzt worden zu sein“ zurück.

Zu Widder-Mars gehört die Fähigkeit Abenteuer zu erleben und diese als solche stehen zu lassen. Diese nicht gleich mit einer Verpflichtung in Verbindung zu bringen. Für Verwurzelung und Treue ist diese Energie nicht unbedingt geschaffen.

Claus Riemann hat die Botschaft dieses Archetyps in einer seiner Bücher wie folgt beschrieben:

Erwache jeden Morgen mit dem Grundgefühl „Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens“.

Venus in Widder

Steht im Geburtshoroskop die Venus im Widder, so steht die Venus im Exil. Venus ist der Herrscherplanet von Waage, welche das gegenüberliegende Zeichen, also den Gegenpool zu Widder darstellt. Das heißt nicht, dass dieser Venusstand schlechter als irgendein anderer wäre. Es entsteht aber ein anderes Gesicht des Weiblichen bzw. der Geliebten. Diese hat mit der mythologischen schönen Aphrodite, welcher sie eigentlich entspricht, überhaupt nichts mehr zu tun.

Amazone
Bei Venus in Widder entsteht das Bild einer Amazone – eine ursprünglich ungeschminkte Schönheit und Kriegerin.

Es entsteht das Bild einer wilden Frau, eine sogenannte Wolfsfrau, jugendliche Amazone und Kriegerin. Sie ist eine ursprüngliche ungeschminkte Schönheit, aber auch eine sehr eigenwillige Frau. Sie wartet nicht, bis sie von einem Prinzen auf dem weißen Pferd erlöst wird, sondern sie weiß was sie will und nimmt es sich auch. Widder-Venus ist eine Abenteurerin, für die Sexualität unschuldige Freude und Frühling bedeutet. Sie denkt nicht an die Konsequenzen, sondern lebt und genießt den Augenblick. Sie ist eine mutige, starke, impulsive, selbstsichere, geradlinige, spritzige und abenteuerlustige Frau, die lieber und schneller erobert, als sich erobern zu lassen.

Männer mit Widder-Venus zieht es zu solchen Amazonen-Frauen hin. Sie lieben ihre Art und die sexuelle, unschuldige Begegnung und den völligen Genuss des Augenblicks. Hier denkt man nicht an die Folgen, Vorsicht und Strategie gehören nicht zu dieser Energie. Widder-Venus entspricht einer jugendliche Beziehung oder Begegnung, die immer ein Abenteuer bleibt. In dieser haben aber auch Auseinandersetzungen und Streit einen Platz und wollen gelebt werden.

Widder-Venus weiß wie keine andere wie man Liebe und Sexualität völlig unschuldig im Augenblick feiert und sie in Form von Leidenschaft, Lust und Frühlingsenergie auslebt. Die Venus steht nicht nur für Beziehung und Sexualität, sondern auch für das Schöne im Leben, was dies für einen bedeutet und wie man dies lebt. Venus frägt: „Wie tanzt du durchs Leben?“ Eine Widder-Venus würde den Rock‘n Roll mit Überschlag bevorzugen. Mit Ballett oder den langsamen Walzer hat sie weniger am Hut, diese Tänze wären ihr viel zu langweilig.

Als schöne Kriegerin hat sie ebenfalls die Fähigkeit ihr trennendes Schwert entschlossen und schnell zu heben. Es ist wichtig sich trennen zu können und etwas hinter sich zu lassen, was dem Leben nicht mehr dient. Bei Widder besteht aber immer die Gefahr, dass das zu schnell und überstürzt erfolgt. Ihre Schattenseite ist somit die egoistische fordernde Liebe, ständige Liebesabenteuer, Bindungsunfähigkeit, übergroße Selbstbezogenheit und die Unfähigkeit sich selbst zu verschenken.

 

 

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