Adler

Schneeweißchen und Rosenrot – meine Deutung

In meinem Blog, versuche ich dir ja ganz viele Bilder zu vermitteln was eine bestimmte Planeten- oder Tierkreiszeichenenergie repräsentiert. Ich selbst habe dieses Wissen viel über Märchen, deren Weisheiten und Bilder gelernt. Nur dadurch war es mir möglich das Wissen der Astrologie zu verstehen und zu erfühlen und für mich selbst in meinem Radix zu deuten.

Bilder und Märchen sind ein Schlüssel um ins Gefühl zu kommen und somit ein tieferes Verständnis zu erlangen. Ich habe auch meine zweite Schwester gefragt was ihr Lieblingsmärchen ist. Es ist „Schneeweißchen und Rosenrot“. Somit habe ich dieses Märchen mal etwas genauer unter die Lupe genommen, was es denn so als Lebensweisheiten und Tierkreisenergien in sich trägt.

Mein erster Eindruck

Mein erster Gedanke beim Lesen dieses Märchen war das hier alles nur so vor Harmonie, Glück und Schönheit trieft. In dem Märchen kommt nicht wirklich was Böses oder Schlimmes im Erzählstil vor. Dagegen sind andere Geschichten von der Dramaturgie viel spannender und mitreisender aufgebaut. Auch die Hauptdarstellerinnen im Märchen müssen keinerlei schwere oder schlimme Erfahrungen machen, oder Prüfungen bestehen, wie es sonst eigentlich in fast allen Märchen vorkommt. Es plätschert alles nur so in Harmonie dahin.

Es ist von Anfang an alles Schön und Gut. Als der Bär auftaucht, gibt es mal einen kurzen Schreck, der aber auch sofort wieder vorbei ist, da der Bär ja ebenfalls gut ist. Auch der Zwerg ist nicht wirklich schlimm, er schimpft halt ein bisschen vor sich hin und ist undankbar. Gefährlich ist er nicht. Erst im Nachhinein erfährt man, in wenigen Zeilen, dass der Bär verwunschen war.

Auf mich persönlich wirkt das Märchen im ersten Eindruck fast ein bisschen langweilig. Auch habe ich zunächst nicht wirklich die Lebensweisheit, den Lernschritt oder den tieferen Sinn darin gefunden. Ein guter Grund um mich mit dieser Geschichte etwas näher auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken. Aber seht selbst und lasst euch überraschen.

Das Mütterliche, der erlöste Mond/Krebs

Die Erzählung beginnt mit der Witwe, welche in einem kleinen Hüttchen mit Garten und ihren zwei Töchtern lebt. Die Witwe scheint mit sich und ihrem Leben zufrieden zu sein. Gemeinsam halten sie das Haus in Ordnung und erledigen alle anfallenden Arbeiten. Am Abend sitzen sie gemeinsam vor dem Kamin und die Mutter liest den beiden Mädchen vor. Hier kommt wieder das Garn spinnen vor, was symbolisch bedeutet das „wertvolles Lebensgarn“ in Form von guter Seelenmilch als Lebensweisheiten weitergegeben wird.

Die Mutter vertraut den Mädchen wenn diese in den Wald gehen und dort auch übernachten. Der Wald ist dabei symbolisch als Außenwelt zu sehen. Jedes Kind muss irgendwann seine eigenen Erfahrungen in der Außenwelt machen um selbständig zu werden. Die Witwe zeigt hier ein gesundes Urvertrauen in die bisherige Erziehung ihrer beiden Töchter, dass diese auch vorsichtig und achtsam sind. Sie lässt ihre Kinder somit immer wieder los um erwachsen zu werden und Erfahrungen zu sammeln. Eine sogenannte Überbemutterung oder ein Klammern an ihre Töchter erfolgt nicht.

Als der Bär auftaucht und die Töchter sich zunächst erstmal erschreckten prüft zunächst die Mutter den ungewöhnlichen Gast. Als ihr dieser in Ordnung und ehrlich erscheint ruft sie ihre beiden Töchter herbei.

Dies alles repräsentiert positive Mond/Krebs Energie. Die Witwe bemuttert ihre beiden Töchter sowohl physisch als auch psychisch sehr gut und bereitet sie auf das Leben vor. Dies war bestimmt für die Witwe nicht immer so leicht. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie sicherlich auch schwierige Zeiten durchgemacht als sie mit ihren zwei Töchtern plötzlich allein dastand. Dies alles wird in dem Märchen nicht erwähnt, jedoch weiß man, dass es im Leben aber so ist. Die Mutter symbolisiert somit den erlösten Mond/Krebs, also die positiven Seiten. Die dafür vorangegangene Entwicklungs- und Wandlungsphase (positive Pluto/Skorpion-Energie) wurde in diesem Märchen verschwiegen, hat aber sicherlich stattgefunden.

Die beiden Schwestern

Die beiden Kinder waren äußerst fromm und gut, sehr arbeitsam und fleißig, als je zwei Kinder auf der Welt nur sein können. Dabei waren sie aber völlig unterschiedlich. Schneeweißchen repräsentiert dabei das typisch sanfte Weibliche. Sie ist stiller als ihre Schwester, mehr häuslich und bemuttert auch die eigene Mutter in gewisser Weise, indem sie ihr vorliest.

Rosenrot ist dagegen viel aktiver und abenteuerlustiger. Sie repräsentiert mehr die weibliche Amazone, als das sanfte Mütterliche. Die beiden Schwestern haben sich aber so lieb, dass sie sich nie trennen wollen. Rosenrot hat eine andere Art der Mutter ihre Liebe zu zeigen, sie stellt ihr im Sommer einen Blumenstrauß auf das Nachtkästchen.

Symbolisch sieht man hier sehr schön, dass es mehrere Seiten der Weiblichkeit gibt. In diesem Märchen repräsentiert das eine das typisch sanfte gefühlvolle Weibliche, das andere das eher „männliche Prinzip“ oder das Starke und Selbständige im Weiblichen. Dabei ist Rosenrot auf keinen Fall, wie man oft abfällig sagt, ein „Mannweib“. Das ist damit in keinster Weise gemeint. Jede Frau hat gewisse männliche Anteile und jeder Mann gewisse weibliche Anteile die gelebt und nicht unterdrückt oder projiziert werden sollten. Nur so fühlt man sich Ganz (im Sinne von vollständig). Dieses vollständig Fühlen symbolisieren in dem Märchen die beiden unterschiedlichen Schwestern, insbesondere wenn sie sich an den Händen nehmen.

Die Entwicklung zur Frau

Als der Bär auftaucht befinden sich die beiden Schwestern bereits in der Anfangsphase sich von Mädchen zu erwachsenen Frauen zu entwickeln. In der Geschichte wird dies nur durch die Aussage der Mutter „Schneeweißchen und Rosenrot schlägst dir den Freier tot.“ erwähnt. Das „weiße“ Lämmchen und das Täubchen symbolisieren hier wohl noch die „schlafende“ Unschuld der beiden jungen Frauen, welche jedoch ab jetzt „aufgeweckt“ wird.

Das Spielen mit dem Bär ist dabei eigentlich schon das erste Flirten mit einem Mann um was es hier tatsächlich geht. Auch haben sich Schneeweißchen und der Bär verliebt. Dies merkt man als er sich nur von ihr verabschiedet und sie auch ganz traurig ist, also ihren ersten Liebeskummer verspürt. Dies alles ist typische Venus/Waage-Energie.

Schneeweißchen spürt zwar schon unbewusst was unter dem Bärenfell steckt, aber noch ist es für die beiden noch nicht soweit und der Bär verschwindet im Wald.

Der verbitterte Zwerg

Der Zwerg kann mehrfach gedeutet werden. Er repräsentiert von ein paar Energien die negativen Aspekte.

Der erste wäre die Schattenseite von Saturn/Steinbock. Normalerweise symbolisiert ein langer weißer Bart eine gewisse Weisheit. Dies ist jedoch bei dem Zwerg überhaupt nicht der Fall. Stattdessen ist er verbittert, gemein, böse und verklemmt – alles Schattenseiten von Saturn/Steinbock. Er hat einen völligen Mangel an menschlicher Wärme und Herzlichkeit. Er ist neidisch und raffgierig, wirft aber genau das den anderen vor. Dies ist typisch für die negative Seite von Saturn/Steinbock. Er zeigt zwanghaft und verkrampft mit dem Zeigefinger auf andere Leute, anstatt bei sich selbst zu schauen. Schuld ist das verwünschte zu glatte Holz, der zu schnell fallende Baum, der verwünschte Fisch und die Mädchen beschimpft er als Nichtsnutze und Rosenrot als dumme Gans. Schuld ist immer alles andere, er selber aus seiner Sicht nie.

Der zweite ist die Schattenseite von Merkur/Zwillinge. Diese kommt als berechnend, bestechlich, raffiniert, dreist, verlogen und listig auf der negativen Seite daher. Er macht eiskalt Geschäfte und würde auch seine Großmutter verkaufen. Als der Bär kommt unterbreitet er sofort die Mädchen als fette Wachteln und zarte Bissen, nur um selbst verschont zu werden. Da Merkur auch für die Sprache und Kommunikation steht kommt diese negative Seite auch hauptsächlich über seine Worte zum Ausdruck.

Der dritte ist die Schattenseite von Pluto/Skorpion. Normalerweise sollten die Schätze der Erde, welche symbolisch die Goldgruben in der eigenen tiefen Seele bedeuten, gehoben werden. Also ans Licht und in die Oberwelt gebracht werden. Der Zwerg macht es aber genau umgekehrt, er bringt sie in seine dunkle Erdhöhle. Er kann die Pracht der geklauten Edelsteine dort aber gar nicht genießen, da für das Funkeln Sonnenlicht von Nöten ist. Somit bringt er heimlich die Steine in der Abendsonne nach oben um das Glitzern, wenn auch nur kurzweilig, zu sehen. Zufrieden macht es ihn aber nicht wirklich, sonst wäre er nicht so verbittert. Das kommt auch daher, dass er die Schätze geklaut hat und es nicht seine eigenen sind.

Dass dies bei Pluto/Skorpion auf die Dauer nicht gut geht, zeigt auch der Schluss der Geschichte. Unerwartet und plötzlich taucht der Bär aus dem Wald auf und gibt dem boshaften Zwerg einen einzigen Schlag mit der Tatze, sodass er regungslos liegen bleibt.

Die Integration der jeweils anderen Seite

Nachdem der Bär fort war geht das Leben der beiden Schwestern erstmal weiter. Wenn man nun genau hinschaut merkt man, dass die beiden Schwestern die jeweils andere Seite in sich selbst auf ihrem weiteren Lebensweg integrieren.

Das sanfte Schneeweißchen zückt beherzt die Schere und schneidet den Bart des Zwerges ab. Dies ist erforderlich um den Zwerg aus seinen misslichen Lagen zu befreien. Es erkennt, dass man mit Sanftheit hier nicht weiter kommt und eine Entscheidung getroffen werden muss. Dies symbolisiert der klare Schnitt mit der Schere was ganz deutlich Mars/Widder-Energie repräsentiert. Aus Sicht des Zwerges ist dies zwar rücksichtslos und er wirft das Schneeweißchen auch vor, aber es war erforderlich um ihn zu befreien.

Rosenrot, die eigentlich Aktivere, handelt nicht sofort sondern überlegt erstmal. Sie frägt erstmal den Zwerg was passiert ist und ob sie die Situation richtig einschätzt, oder ob der Zwerg tatsächlich bei der Situation mit dem Fisch ins Wasser will. Sie schlägt auch vor zu Laufen um Hilfe zu holen.

Ursprünglich hätte man diese Handlungen und das Verhalten genau andersrum bei den Schwestern vermutet. Somit sieht man, dass sich beide weiterentwickeln und auch die jeweils andere Seite in sich selbst integrieren und immer mehr leben.

Auch der Königssohn muss eine Entwicklung durchmachen. In diesem Märchen kommt das nur am Rande vor ist aber trotzdem enthalten. Es gibt Märchen wo dies klarer und deutlicher beschrieben ist wie sich ein Bub vom Elternhaus abnabeln und zum selbstbewussten Mann entwickeln und behaupten muss. Der Königssohn wird verwunschen und muss als Bär im Wald, fern vom behüteten Schloss und seinen Eltern, seine „wilde“ Männlichkeit finden und entwickeln. Dies tut er und kommt mit seinen Edelsteinen und Schätzen und seiner Frau als erwachsener Mann zurück.

Dies alles ist positive Pluto/Skorpion-Energie.

Das Ende des Märchens

Das Märchen ist verhältnismäßig lang, der Schluss aber in vier Sätzen erzählt. Schneeweißchen heiratet ihren Prinzen und Rosenrot seinen Bruder. Beide finden also ihre Traumprinzen und jeder Topf seinen Deckel wie man so schön sagt.

Die Mutter lebte noch lange Jahre glücklich bei ihren Kindern. Die zwei Rosenbäumchen aber nahm sie mit. Sie standen vor ihrem Fenster im Schloss und trugen jedes Jahr die schönsten Rosen, weiß und rot. Und hier ist nochmal eine kleine schöne Botschaft versteckt. Die Mutter klammert nicht an ihren Töchtern, sondern nimmt symbolisch dafür ihre Rosenbäumchen mit. Sie ist ein Teil des Lebens ihrer Töchter, aber diese sind jetzt erwachsen und führen ihr eigenes Leben. Als Ersatz hat sie die Rosenbäumchen, welche ihr immer Freude und schöne Erinnerungen bereiten.

Im Alter haben Erinnerungen denselben Stellenwert wie in der Jugend die Träume (Ema Behrens-Giegl)

Die versteckte Lebensweisheit – mein Schlusswort

Dieses Märchen war für mich nicht so ganz einfach, obwohl ich sehr viel Erfahrung in der Deutung und in der versteckten Bildsprache bereits gesammelt habe. Ich habe das Märchen von meiner zweiten Schwester genannt bekommen. Sie ist vom Sternzeichen Skorpion. Meine Hoffnung war das ich etwas Passendes zu Skorpion bekomme und das besser erklären kann. Mein erster Eindruck war jedoch das ist völlig unpassend. Das Märchen triefte oberflächlich nur so vor Harmonie und passte auf den ersten Blick so gar nicht zur Pluto/Skorpion-Energie.

Mein erster Gedanke war, ist ja mal wieder klar – von meiner zweiten Schwester bekomme ich nie einfache Aufgaben. Ich wusste so gar nichts mit diesem Märchen zunächst anzufangen. Aber genau deswegen hat es mich motiviert mich mit diesem Märchen zu beschäftigen – das Geheimnis zu lüften und das ist nie einfach (typisch für Pluto/Skorpion).

Nach der Analyse und intensiver Beschäftigung ist mir jetzt vieles klarer. Das Märchen repräsentiert hauptsächlich den erlösten Pluto/Skorpion, welcher als Adler auf dem Weg zum Olymp ist. (vgl. mein Artikel Pluto – der geheimnisvolle Magier). Die schmerzhaften Wandlungsphasen sind in diesem Märchen so gut wie nicht erwähnt, obwohl sie logischerweise stattgefunden haben müssen. Der Fokus wird insbesondere auf das Ergebnis (nach der Wandlung) gerichtet.

Dies ist auch gleichzeitig die Lebensweisheit, welches dieses Märchen vermitteln will. Es gibt im Leben immer schlechte und gute Zeiten. Es ist unsere Entscheidung ob wir unsere Aufmerksamkeit auf die schlechten oder die guten Dinge richten wollen. Das Märchen ermuntert uns, uns auf die positiven Dinge im Leben zu fokussieren und diesen mehr Beachtung und Aufmerksamkeit zu schenken.

image_print

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.