Der Mond - die Welt der Gefühle

Der Mond – die Welt der Gefühle

Der Mond symbolisiert grundsätzlich die Welt der Gefühle, das Unbewusste oder das Gemüt. Mond ist der Herrscher des Tierkreiszeichens Krebs. Zusammen mit der Venus repräsentiert er das Weibliche im Geburtshoroskop. Dabei symbolisiert der Mond das weiblich Mütterliche. Die Venus dagegen die weiblich selbständige unabhängige Frau, im Sinne der Geliebten.

Der Mond hat schon deshalb etwas mit Gefühlen und Stimmungen zu tun da er ständig seine Gestalt ändert. Im Gegensatz zur Sonne, welche immer gleich rund ist, ist er mal Vollmond, mal Halbmond und mal Neumond. Er ist sozusagen „launisch“. Interessant ist, dass das Wort Laune von „Luna“, lateinisch für Mond kommt.

Sich in Sonne und Mond einfühlen

In fast allen Kulturen steht die Sonne für das männliche und Mond für das weibliche Prinzip. Sonne und Mond sind somit das „himmlische Liebespaar“. Einmal im Monat begegnen sich diese bei Neumond. In dieser „Hochzeitsnacht“ wird dabei ein Kind gezeugt – die kleine Mondsichel. Dieses Bild ist meiner Meinung nach eines der schönsten um sich in den Zusammenhang von Sonne und Mond einzufühlen.

Bei der Beschäftigung mit dem Geburtshoroskop geht es aber nicht darum das Männliche oder das Weibliche im Außen zu suchen. Es geht vielmehr darum eben diese Aspekte in sich selbst zu integrieren und selbst zu leben. Nur wenn wir in der Lage sind beide Prinzipien wirklich ins Leben einzuladen, werden wir uns als Mensch authentisch und „ganz“ (im Sinne von vollständig) fühlen.

Dadurch machen wir uns auch unabhängiger von der „Sucht nach Liebe“ eines anderen Menschen, weil wir sie in uns selbst gefunden haben. Einen sehr guten Artikel, welcher diese emotionale Abhängigkeit und das Gefühl der Unvollkommenheit beschreibt, findest du auch bei Arne (echt-leben.com): „Wie du emotional unabhängiger von anderen Menschen wirst“.

Das Bild von Sonne und Mond als „himmlisches Liebespaar“ finde ich deswegen auch so schön, weil es bildlich beschreibt was in deiner Seele passiert. Es entsteht die „kleine Mondsichel“, d.h. du gebierst dein eigenes inneres kleines Kind ins Leben.

Um sich „ganz“ zu fühlen müssen aber nicht nur Sonne und Mond, sondern auch alle anderen Planeten aus deinem Geburtshoroskop ins Leben gehoben werden. Je nachdem in welchem Tierkreiszeichen und Haus diese bei dir stehen möchten sie eine individuelle Rolle in deinem Leben spielen. Vergleiche auch dazu meinen Artikel „Zunächst raus mit dem ganzen Hokuspokus und der Zukunftswahrsagerei“.

Der Mondstand in den Tierkreiszeichen

Der Mondstand in den Tierkreiszeichen lässt 12 Gesichter des mütterlichen (der sogenannten Muttergöttin) entstehen. Das bedeutet, dass der Mond von der spezifischen Tierkreisenergie in dem er steht „gefärbt“ ist. Um das besser zu verstehen musst du die jeweilige Energie des Tierkreiszeichens verstanden und erfühlt haben. Das kannst du mit meiner Übung „Ins Gefühl für eine Tierkreiszeichen-Energie kommen“ zum Beispiel tun.

Ein Widder-Mond wird demnach vom Gefühl eher kämpferisch und willensstark sein. Deswegen setzt er sich nicht immer überall durch, sondern es geht hier vielmehr um das ursprüngliche Gefühl und die Motivation. Dies kann sich z.B. in absoluten Zorn und Tränen ausdrücken, wenn man sich ein kleines Kind im Supermarkt vorstellt, dass seine Schokolade nicht bekommt. Es stampft mit dem Fuß auf oder schmeißt sich auf den Boden und trommelt mit den Fäusten. Grundsätzlich können das alle Kinder, denn irgendwann sind sie genau in der Entwicklungsphase der Selbstdurchsetzung und diese wird Widder zugeordnet. Bei einem Widder-Mond ist dieses Gefühl jedoch viel schneller da und kommt heftiger zum Ausdruck.

Ein Zwillings-Mond ist dagegen eher unglaublich neugierig, ein besonders wacher und pfiffiger Beobachter. Er erkennt sehr früh wie er seine Familie „um den Finger wickeln“ kann um das Beste für sich herauszuholen. Das macht er aber auf so eine freundliche, verschmitzte und einfallsreiche Weise, dass man es ihm eigentlich nicht richtig übel nehmen kann.

Dies nur um dir kurz zwei bildliche Beispiele zu geben, wie Mond und Tierkreisenergie grundsätzlich kombiniert wird. In späteren Artikeln werde ich noch ausführlicher darüber schreiben.

Die mütterliche Liebesenergie

Der Mond im jeweiligen Tierkreis definiert somit verschiedene mütterliche Liebesenergien, sogenannte Seelennahrung. Diese kann sich in Form von Heimat und familiärer Zugehörigkeit ausdrücken, wie man sich diese als Kind gewünscht hätte oder erlebt hat. Aber auch wie man seine eigene Mütterlichkeit lebt kommt hier zum Ausdruck. Kein Mondstand ist dabei besser oder schlechter, liebevoller oder liebloser als der andere – nur schmeckt dieselbe Milch eben nicht allen gleich.

Symbolisch zeigt uns der eigene Mondstand was wir zunächst unbewusst von der eigenen Mutter erwarten. Ob wir dies bekommen haben, bzw. diese überhaupt uns das zu geben vermochte, steht auf einem anderen Blatt (vgl. auch „Das hässliche Entlein – die Analogien und Bilder verstehen“).

Die väterliche Mütterlichkeit

Mütterlichkeit erfahren wir aber nicht nur durch die Mutter, sondern auch idealer Weise vom Vater. Vom Vater lernten wir in früheren Generationen eher die männlichen Prinzipien, wie die Welt funktioniert. Mit ihm erlebten wir Abenteuer beim Zelten, bauten ein Baumhaus, lernten das Rad fahren etc. Früher war diese klassische Rollenaufteilung von Mann und Frau typisch. Die Frau war für Herd und Kinder zuständig, der Mann brachte das Geld heim und war für das Handwerkliche im Leben verantwortlich. Heute ist dies jedoch zum Glück oft nicht mehr der Fall. Immer mehr Männer leben auch ihre weibliche Seite und immer mehr Frauen auch ihre männliche.

Ein Vater, der sein Kind nach einem Sturz mit dem Fahrrad mit aufgescheuerten Knien auch tröstend in den Arm nehmen kann, lebt zum Beispiel seine Mütterlichkeit. Viele Jungs haben früher den Satz gehört „Echte Männer weinen nicht!“ oder „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ und diesen verinnerlicht. Die Folge ist, dass sie als Erwachsener ganz schlecht Gefühle zulassen können und dies ausschließlich auf die Frau projizieren. Alles andere ist aufgrund ihrer Erziehung „unmännlich“. Sie verkapseln sich dabei aber seelisch und sind nichts anderes als ein Gefrierschrank auf zwei Beinen.

Ganz ehrlich? Wer will schon einen Gefrierschrank auf zwei Beinen als Partner oder im Bett? Stellt euch das nur mal als Bild vor! Das Bett als ein Ort der Wärme und des Geborgenseins – als sogenannte „Nestwärme“ die man erfährt. Oder das Bett als einen Ort des Liebesaktes…- und da legt man sich mit einem Gefrierschrank rein???

Zum Leben gehören alle Gefühle. Wer nicht weinen kann, kann auch nicht aus vollem Herzen lachen. Wer nicht wütend und aggressiv sein kann, wird auch nicht ehrlich sanft und nachsichtig sein. Wenn etwas einseitig gelebt wird, wirkt es auf andere immer irgendwie falsch und nicht authentisch. Und es fühlt sich für uns selbst auch nicht wirklich gut an. Wir können etwas nur wirklich schätzen und nachhaltig genießen, wenn wir beide Seiten erlebt haben und auch immer wieder erneut durchleben.

Gefühle der Kindheit

Der Mond hat immer was mit Gefühlen und der Mütterlichkeit (auch im weiteren Sinne, z.B. die Mutter Erde oder irgendwas zu bemuttern) zu tun. Er symbolisiert das Unbewusste, auf was man instinktiv gefühlstechnisch „anspringt“ oder verabscheut und meidet. Er repräsentiert die Kontaktfähigkeit, die Sehnsucht nach Geborgenheit und Nähe, das Zuhause, die Erinnerungen und das emotionale Sicherheitsbedürfnis.

Der Mond hat somit auch immer mit der eigenen Kindheit zu tun und wie man diese erlebt hat. Hier gab es schöne Erinnerungen, aber auch viele Verletzungen. Die Verletzungen machen uns als Erwachsener häufig noch das Leben in den verschiedensten Situationen schwer. Denn die Gefühle schwappen plötzlich völlig unkontrolliert hoch oder sind gar nicht vorhanden. Man ist völlig gefühlskalt und handelt danach oder reagiert völlig unangemessen auf eine Situation plötzlich mit starken Emotionen über.

Gefühle sind „das Salz in der Suppe“ im Leben

Grundsätzlich musst du dir darüber im Klaren sein, das Gefühle „das Salz in der Suppe“ im Leben ausmachen. Es gibt nichts Schöneres wenn man Menschen tief im Gefühl erleben darf. Denn erst das macht das Leben lebenswert und „angreifbar“. Zum Beispiel weil sie sich aus tiefsten Herzen freuen, weil man sie mit etwas überrascht hat. Oder weil ihnen plötzlich beim Erklingen eines Musikstückes Tränen über die Backe laufen und sie zutiefst berührt sind. Dies zu erleben verbindet uns Menschen seelisch ungemein, es schenkt uns Seelenmilch, Nestwärme und Geborgenheit. Es macht aber auch angreifbar und unheimlich verletzbar.

Jeder Mensch hat in der Vergangenheit Verletzungen erlebt, welche tiefe Wunden und Narben in der Seele hinterlassen haben. Aus Angst vor erneuter Verletzung haben wir gelernt in diesen Bereichen „gefühlskalt“ zu sein, ähnliche Situationen und Gefühle zu vermeiden. Wir haben einen „Mantel um unsere Seele“ gelegt und es kommt zum Stillstand, welcher tödlich für die Seele und unsere Weiterentwicklung ist (vgl. meine Artikel mit dem Schlagwort „Skorpion“). Sei dir dessen bewusst und denk erstmal darüber nach wenn du das nächste Mal eine Situation in der jemand Gefühle zeigt bewertest. Wie würde es dir in der gleichen Situation gehen, wenn jemand einen Gefühlsausbruch von dir als schlecht und unangemessen oder lächerlich bewertet? Gefühle machen authentisch.

Das innere Kind

Das innere Kind lebt auch in der Seele unseres Erwachsenen-Ichs weiter. Es gibt sehr viele schöne Übungen um mit diesen in Kontakt zu treten und es wieder zu spüren und es in unserem Alltag „Mitleben“ zu lassen. Es repräsentiert das spielerisch leichte, aber auch das verletzliche. In unserem hektischen Alltag sollten wir uns viel öfters auf das wirklich Wichtige im Leben besinnen, was das Leben eigentlich erst lebenswert macht. (vgl. auch das Gedicht Langsamer Tanz).

Wichtig ist auch als Erwachsener mit deinem inneren Kind gut umzugehen. Es leben zu lassen, aber auch zu beschützen, es selbst gut zu “bemuttern“. Die Beschäftigung mit deinem Mond aus deinem Geburtshoroskop kann dir dazu weitere Impulse geben.

Eine persönliche Geschichte

Abschließend möchte ich noch eine persönliche Geschichte aus meiner eigenen Kindheit erzählen. In meiner Kindheit habe ich von meinem Vater traditionell sehr viel gelernt was dem männlichen Prinzip (Sonne) entspricht. Aber er hatte auch eine sehr sanfte gefühlvolle Seite, womit er die sogenannte Seelennahrung der Mütterlichkeit (Mond) weitergegeben hat.

Das männliche Prinzip

Mein Vater hat mir traditionell sehr viel beigebracht was mit der äußeren Welt zu tun hat. Ich lernte von ihm als Mädchen viele handwerkliche Dinge. Ich kann mit Holz arbeiten, Autoreifen wechseln und viele Dinge selbst reparieren. Von ihm habe ich gelernt mich an viele Sachen, auch als Frau, ran zu trauen. Ich kann streichen, mörteln, verputzen. Ja es ist nicht immer alles auf Anhieb perfekt. Aber von meinem Vater habe ich gelernt: „Du kannst auch vieles selber machen, wenn du den Mut dazu hast es auszuprobieren. Wenn es mal nicht so klappt, dann probiere es einfach nochmal. Beim nächsten Mal wird es auf alle Fälle besser. Und du kannst stolz drauf sein es selbst gemacht zu haben.“ Mein Vater hatte übrigens eine Stier-Sonne.

Mit dem Vater Abenteuer in der Natur erleben - das männliche Prinzip
Mit dem Vater Abenteuer in der Natur erleben – das männliche Prinzip

Von meinem Vater habe ich auch das Radfahren gelernt. Zunächst hat er mich gehalten, aber dann plötzlich, als er der Meinung war das ich es könnte, losgelassen. Ich fuhr auch so lange sicher dahin bis ich gemerkt habe, dass er mich nicht mehr hält… Dann fiel ich fürchterlich auf die Schnauze, hatte Hautabschürfungen und es tat alles fürchterlich weh. Mein Vater setzte mich aber aufs Fahrrad und ich musste einfach weiterfahren und üben.

Das kann man nun von zwei Seiten sehen. Einerseits hatte ich damals einen ziemlichen Zorn auf ihn, denn mir tat alles weh und ich hätte mir erstmal Trost und „in den Arm nehmen“ gewünscht. Anderseits hat genau das auch dazu geführt mich eben auf das Leben vorzubereiten. Eben nicht lange rum zu jammern, sondern es einfach nochmal zu versuchen. Hinfallen, aufstehen, Krönchen wegschmeißen und das Leben rocken. Genau das hat er mir als Mädchen vermittelt. Und inzwischen kann ich nicht nur Fahrrad fahren, sondern fahre auch Motorrad. Das ist zunächst mal gar nicht so weiblich. Aber obwohl ich sehr vorsichtig bin genieße ich die Geschwindigkeit und das Gefühl der Freiheit was Motorradfahren eben so mit sich bringt.

Das weibliche Prinzip

Jeden Sonntagmorgen krabbelte ich im Schlafanzug in das Ehebett meiner Eltern um Geschichten von meinem Vater zu hören. Mein Vater konnte unglaublich gut Geschichten erzählen. Meist vom „Ulrich und dem Robert“ – das waren zwei Lausbuben, die immer Streiche machten. Die Geschichten stammten meist aus Erlebnissen und Erfahrungen aus seiner eigenen Kindheit, die er in seinen Erzählungen ausschmückte und spannend erzählte. Aber auch die Geschichten der Stadtmaus und der Feldmaus sind mir in bleibender Erinnerung. Hier ging es um die unterschiedlichen Erfahrungen zweier Mäuse, die sich oft gegenseitig besuchten. Die eine lebte in der Stadt und die andere auf dem Land. Jede Maus kannte somit unterschiedliche Gefahren und gemeinsam erlebten sie so manches Abenteuer. Auch Geschichten von einem Geisterschloss waren dabei.

Als Kind liebte ich diese Erzählungen von meinem Vater. Meist war es so, dass sich auch meine zwei viel älteren Schwestern dazu gesellten. Und die gesamte Familie lauschte den phantasievollen Erzählungen meines Vaters. Es war ein unglaublich schöner Moment, der meinem Zwillings-Mond (dem luftig leichten, spielerischen und kommunikativen) gut tat. Das ist ein gutes Beispiel wie auch ein Vater das Mütterliche (weibliche, gefühlvolle) leben kann.

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